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Montag, 28. Dezember 2009

Einladung zur Mitgliederversammlung

Liebe Freundinnen und Freunde,

unsere Fragebogen-Aktion zur Zukunftsplanung für unsere Gemeinde hat einige interessante Ergebnisse zu Tage gebracht – auch wenn die Auswertung etwas mehr Zeit gebraucht hat, als zunächst geplant.
Die Ergebnisse wollen wir der Mitgliederversammlung vorstellen.

Daher laden wir alle recht herzlich ein zur Mitgliederversammlung des Vereins

am Donnerstag, dem
14. Januar 2010,
um 19.30 Uhr,
in den Clubraum der Gemeinde.

Geplante Tagesordnung:
*1 Tätigkeiten im Jahr 2009-12-21
*2 Fragebogen-Aktion
*3 Kassenbericht
*4 Erwartungen für 2010
*5 Verschiedenes


redaktion@ 09:34 Uhr

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Weihnachten 2009



Ein gesegnetes Weihnachtsfest
allen Mitgliedern und Förderern
des Vereins Offene Gemeinde Sankt Michael

wünschen die Vorsitzenden
Gert Rethage und
Dr. Christof Bretscher.




redaktion@ 13:50 Uhr

Samstag, 12. Dezember 2009

Freundliche Entmachtung möglich ?

Die Wiener Zeitung veröffentlicht unter dem Datum vom 12.12.d.J. folgenden für ein Nachdenken und einen Gedankenaustausch interessanten Artikel:

Rom droht "freundliche Entmachtung"

Von Walter Hämmerle
Katholische "Laieninitiative" macht Druck auf Bischöfe.

Wien/Vatikan · In der katholischen Kirche brodelt es, das Verhältnis zwischen Amtskirche und Laien ist am Boden. Das ist zwar insgesamt keine neue Entwicklung, nun könnte der seit Jahren schwelende Konflikt allerdings um eine weitere Eskalationsstufe nach oben gedreht werden.

Herbert Kohlmaier, Ex-Volksanwalt und Obmann der "Laieninitiative", droht im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" der Amtskirche mit einem "organisierten Ungehorsam" der Gläubigen, sollten sich die Bischöfe weiter dem konstruktiven Dialog verweigern: "Wenn sie nicht auf das Kirchenvolk hören wollen, dann hört das Kirchenvolk eben auch nicht länger auf die Bischöfe." Kohlmaier umschreibt das heraufdräuende Szenario als "freundliche Entmachtung" der Amtskirche.

Dabei wollen die Laien den Kirchenbeitrag nicht antasten, weil dies nur die Falschen treffen würde – etwa wenn es um Geld für Kirchenrenovierungen gehe. Vorstellbar sei jedoch, die Eucharistie ohne Priester zu feiern, wie dies etwa historisch auch in der Urkirche der Fall gewesen ist.

Ursache für den Konflikt sind unterschiedliche Sichtweisen auf die Probleme der katholischen Kirche und deren Behebung. Gemeinsam ist beiden Seiten die Sorge um die Seelsorge in den Pfarren angesichts des immer akuter werdenden Priestermangels. Diverse Basisgruppen, zu der neben der Laieninitiative etwa "Wir sind Kirche", "Priester Ohne Amt" sowie die "Pfarrer-Initiative" gehören, sehen diesen Trend als zentrales strukturelles Problem der Kirche, das nur durch neue Mittel und Wege bei der Glaubensvermittlung gelöst werden könne.

Funkstille zwischen Bischöfen und Kritikern

In diesem Punkt geht es um die bekannten Forderungen, den Zwangszölibat abzuschaffen, die Priesterweihen für bewährte verheiratete Männer ("viri probati") sowie die Möglichkeit, auch Frauen zu Diakonen zu weihen. Ausländische Priester könnten auf Dauer das Nachwuchsproblem nicht lösen, wird argumentiert.

Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat zwar im Juni bei einem Besuch in Rom dem Vatikan ein entsprechendes Memorandum der Laieninitiative übergeben, seitdem herrsche jedoch Funkstille, klagen die Laien. Lediglich der steirische Diözesanbischof und stellvertretende Leiter der Bischofskonferenz, Egon Kapellari, hat in einem Brief auf die Vorschläge reagiert – zwar abschlägig, aber immerhin.

Trotz dieser inhaltlichen Absage will die Laieninitiative nun mit Kapellari weiter im Gespräch bleiben. Zu diesem Zweck veröffentlichte man am Freitag ein Antwortschreiben an den Bischof in Form eines offenen Briefes, der detailliert Gemeinsames und Trennendes auflistet. "Wir sind auf der Suche nach Bündnispartnern unter den Bischöfen, aber so lange Benedikt XVI. in Rom regiert, wird daraus wohl nichts werden", setzt Kohlmaier aber keine allzu hohen Erwartungen in dieses Unterfangen.

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3858&Alias=wzo&cob=456077

© Walter Hämmerle
Quelle: Wiener Zeitung

Gedanken, die zu diesem Artikel geäußert werden, bitte an meine Anschrift:
Offene Gemeinde Sankt Michael
c/o Gert Rethage
Florian-Geyer-Str. 11
D-97421 Schweinfurt
gr@stmichael.de


gr@ 11:28 Uhr

Sonntag, 06. Dezember 2009

LEBEN IN FÜLLE FÜR ALLE!
Aufruf: Für eine prophetische Kirche, dem wir uns anschließen

Wir erleben unsere Welt in immer krasserem Widerspruch zu der Botschaft des Evangeliums: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10).
Wir erleben die Zerstörung unseres Planeten, wir sehen das Elend von einer Milliarde hungernder Menschen, die Hoffnungslosigkeit einer Jugend ohne Zukunftsperspektive.
Dazu können wir als Christen/-innen und Kirchen nicht schweigen. Unsere Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Die Zeit ist reif für ein grundlegendes Umdenken: „Kehrt um!“ (Mk 1,15).

Unsere Wirklichkeit
Wir leben in einer Zeit, in der das Überleben der Menschheit auf unserem Planeten bedroht ist.
• Überall sind die Zeichen des Klimawandels sichtbar, der die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen zerstört.
• Öffentliche Güter wie Wasser und Energie, Bildung und Krankenversorgung, ja die Natur selbst werden durch Privatisierungen dem Gesetz des Profits unterworfen.
• Übermächtige Finanzinstitute haben die weltweite Finanzkrise verursacht und die
Gesellschaft in Geiselhaft genommen. Sie haben die Politik unter Druck gesetzt, ihre Spekulationsverluste kommenden Generationen aufgebürdet und gesellschaftliche
Verantwortung verweigert.
• Die wachsende soziale Kluft zwischen den Wenigen, die sinnlosen Reichtum anhäufen, und den Zahllosen, denen das Existenzminimum vorenthalten wird, führt unweigerlich zu gewaltsamen Konflikten zwischen Bürgern und zwischen Völkern.
• Eine Wirtschaftsweise, die Geld zu einem Götzen macht, zerstört langsam wie ein
Krebsgeschwür die Würde und die Rechte der Person, den Sinn für Solidarität in der
Gesellschaft und schließlich die spirituelle Offenheit für alles Göttliche.
Dieser Tanz um das goldene Kalb wird zum Totentanz für Mensch und Natur.

Unsere Hoffnung
Dieser fatalen Verkehrung der Werte müssen Christen/-innen und die Kirche insgesamt vehement widersprechen und eine biblische-christliche Vision einer anderen Welt- und Werteordnung entgegensetzen:
• eine Welt, in der die Menschen in Respekt und Verantwortung mit der Natur und ihren Mitgeschöpfen leben, die begrenzten Ressourcen genügsam und nachhaltig nutzen und die Schönheit der Erde für kommende Generationen bewahren;
• eine Welt, in der die Politik sowohl demokratische Rechte, persönliche Freiheit und Verantwortung des einzelnen verteidigt als auch das Allgemeinwohl fördert und die öffentlichen Güter schützt;
• eine Welt, in der Geld ein Mittel des Austauschs ist, Eigentum unter einer sozialen Verpflichtung steht und Ressourcen, Macht und Wissen dem Wohl der Gesellschaft dienen;
• eine Welt, in der das Leben und die Zukunft jedes Menschen solidarisch gesichert sind, Verantwortung, Achtung und Mitgefühl das Zusammenleben bestimmen und nicht Besitz, sondern Weisheit und Engagement für andere als die wahren Werte geschätzt werden;
• eine Welt, in der die Wirtschaft dem Menschen dient, und Wachstum ein „Mehr“ an Leben, ein „Mehr“ an Freiheit und Vertrauen, ein „Mehr“ an Hoffnung und Liebe bedeutet.

Unsere Verantwortung
Diese Hoffnung auf ein Leben in Fülle für alle drängt uns, Fatalismus und Resignation zu widerstehen und der die Welt verändernden Kraft des Glaubens zu vertrauen.
Wir wollen nicht müde werden, das Unrecht an Menschen, an der Gemeinschaft, an der Schöpfung offen und deutlich zu benennen und allen Versuchen energisch zu widersprechen, die die „Strukturen der Sünde“ (Johannes Paul II.) rechtfertigen oder als alternativlos hinstellen.
Es gibt keine einfachen Antworten für die drängenden Fragen. Nur ein tiefgreifender und langfristiger Prozess des gemeinsamen Nachdenkens und mutiges kreatives Handeln können zu einer überlebensfähigen Neuordnung führen.

Folgende Fragen könnten uns zum Nachdenken und Diskutieren anregen:
• Wie können wir aus einer Schöpfungsspiritualität heraus leben und durch einen
genügsamen Lebensstil und nachhaltige Ressourcennutzung unseren „ökologischen
Fußabdruck“ verringern?
• Wie sind die Privatisierung der öffentlichen Güter und die Patentierung der Natur zu stoppen? Wie können eine soziale Grundsicherung und der Zugang zu Nahrung, Bildung und Gesundheitsversorgung für alle schrittweise erreicht werden?
• Wie gehen wir in der Kirche mit Geld um? Was sind unsere Kriterien für Kapitalanlagen und unsere Prioritäten bei Finanzentscheidungen? Wie leben wir Solidarität bei unumgänglichen Sparmaßnahmen?
• Wenn wir als Jünger Jesu eine „Option für die Armen“ haben, was wären die
Konsequenzen in einer Situation wachsender Armut?
• Wie können die Prinzipien der christlichen Sozialethik uns helfen, Grundlagen für eine solidarische Wirtschaftsordnung zu entwickeln und in kleinen, konkreten Schritten zu verwirklichen?

Aufruf: Für eine prophetische Kirche
- Wir bekennen, dass die Situation unserer Welt uns heute verpflichtet, nach Lösungen globaler Gerechtigkeit zu suchen;
- Wir verpflichten uns, in unserem Beten, Denken und Handeln das Ziel eines Lebens in Fülle für alle voranzubringen;
- Wir halten es für unerlässlich, in der katholischen Kirche in Deutschland auf allen Ebenen einen breit angelegten Prozess des gemeinsamen Nachdenkens über Schritte verantwortlichen Handelns in Kirche einzuleiten und in die Gesellschaft hineinzutragen.

Namens der Unterzeichner/ innen
Wir fordern Christ/-innen und kirchliche Gruppen und Einrichtungen, die unsere Sicht teilen, auf, sich unseren Aufruf für eine prophetische Kirche zu Eigen zu machen. Werden Sie mit uns aktiv!

Info und Kontakt:
Vorstand des Deutschen Katholischen Missionsrates
Winfried Montz (V.i.S.d.P.)
c/o Haus der Orden
Wittelsbacherring 9
53115 Bonn
www.leben-in-fuelle-fuer–alle.de


redaktion@ 08:37 Uhr

Mittwoch, 25. November 2009

„Zur Freiheit berufen!“

Eindrucksvolle Begegnung mit Bischof Jacques Gaillot

Kloster St. Elisabeth Schaan/Liechtenstein · Die Begegnung mit dem kleinen Mann, der keinerlei Aufhebens von sich macht, stärkt und ermutigt. Das war am Wochenende, den 14./15. November 2009 im Kloster St. Elisabeth zu erleben, bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Pfarrei St. Michael/Schweinfurt und ihrem in Liechtenstein bekannten Pfarrer Roland Breitenbach.

Die Begegnung mit dem französischen Titularbischof, der sich weltweit engagiert für die Rechtlosen, insbesondere in Paris für die Menschen ohne Aufenthaltsbewilligung und Obdach, und dessen Internetportal kritischen Christen eine Anlaufstation bietet, wurde zu einem Fest. Freiheit, Solidarität und Liebe, die zentralen Anliegen von Bischof Jacques Gaillot, wurden im Festgottesdienst in der Klosterkapelle zu einem prägenden Ereignis. Er lenkt den Blick auf aktuelle hoffnungsvolle Zeichen in der Gesellschaft und erzählt von dem jungen Tunesier, der in einem Dorf in Frankreich verhaftet worden ist, weil er keine Papiere hat. Die Dorfgemeinschaft ist für den Gefangenen auf die Straße gegangen. Gaillots Augen leuchten, wenn er von der Solidarität erzählt, die die Menschen für den Mann aufgebracht haben. Sie haben gekämpft, er kam frei, dann haben sie gemeinsam gefeiert: „Kämpfen und feiern.“ Gaillot lächelt. Das ist ganz im Sinne seines „Katechismus, der Freiheit atmet“. Auf die Straße gehen, in Freiheit für andere einstehen, Ungerechtigkeit beseitigen.

Sein Katechismus war Grundlage für das Wochenende. Am Samstagvormittag diskutierten die Teilnehmenden in vier Workshops zentrale Aussagen aus dem Katechismus zu den Themenbereichen: Gott ist Beziehung! Was ist der Mensch? Ökumene und interreligiöser Dialog. Herausforderungen an Gesellschaft und Kirche. Die aufgeworfenen Fragen konnten am Nachmittag im Gespräch mit Gaillot vertieft werden. Dabei wurde die aktuelle Situation der Asylsuchenden in Liechtenstein ebenso in Blick genommen wie alternative Zugänge zum Priesteramt. In seinem lebendigen Vortrag am Abend brachte Gaillot seine reiche Erfahrung ein. Er erschloss dabei den Weg der Freiheit aus biblischen Erzählungen und vielfältigen konkreten Lebenssituationen. Solange Menschen Angst haben, könnten sie nicht frei sein. „Das größte Risiko ist, gar kein Risiko einzugehen“, sagt der Bischof und erzählt das Gleichnis von den Talenten. Wer aber frei wird, mache anderen Angst, sagt Gaillot, und verweist auf das Beispiel Jesu. „In Freiheit kann nur leben, wer sein Gewissen bildet und sich als Christ bewusst ist, dass keine Autorität über dem eigenen Gewissen steht“, pointiert Gaillot. Für ihn ist dabei entscheidend, dass es keine Freiheit gibt ohne die Freiheit der anderen:

„Es gibt keine Freiheit ohne Liebe!“

© Barbara Bedacht
© FOTOS Barbara Bedacht
Quelle: Kloster St. Elisabeth Liechtenstein


redaktion@ 15:46 Uhr

 

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